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12_2018

Foto: Andi Gantenbein

Zum Tod von Emil Steiner

Am 27. Oktober starb Emil Steiner im Alter von 96 Jahren. Der BSLA verdankt Emil Steiner viel. Hochkultiviert und sensibel, doch beharrlich und kämpferisch im Verfolgen seiner Ziele, trug er wesentlich zur Entwicklung und Stärkung unserer gärtnerischen und landschaftsarchitektonischen Berufsfelder bei.

Emil Steiner: Gärtner - Fachjournalist - Maler - Politiker 

Wenn heute in Rapperswil, seiner Heimatstadt, seit 1972 das Zentrum der Deutschschweizer Landschaftsarchitekturausbildung und -forschung etabliert ist, das Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur ASLA hier seinen Standort hat, ist das nicht zuletzt auch das Verdienst von Emil Steiner. Denn seit den 1950er-Jahren kämpfte er mit vielen nationalen und regionalen Vorstössen – in verschiedenen von ihm geleiteten Kommissionen  - für die Einführung von Hochschulausbildungen im Erwerbsgartenbau und in der Landschaftsarchitektur. Er war zu dieser Zeit Chefredaktor des Schweizerischen Garten-Blattes (heute Der Gartenbau), einer Zeitschrift, die er mit seiner Handschrift 35 Jahre lang prägte, die auf hohem Niveau neben gartenbaulichen auch gestalterische Themen aufgriff und zu aktuellen Umweltfragen, wie dem Boden- und Gewässerschutz, der Raum-und Landschaftsplanung, den Gefahren durch Pflanzenschutzmittel oder Atomenergie kritisch Stellung bezog.

1986 wurde Emil Steiner aufgrund seiner grossen Verdienste zum Ehrenmitglied des BSLA ernannt. Eng verbunden war er stets mit dem Archiv für Schweizer Landschaftsarchitektur ASLA. Er hat als langjähriger Stiftungsrat beim Aufbau des Archivs mitgeholfen und einen Grossteil seines beruflichen Nachlasses dem Archiv geschenkt. Es handelt sich um Dokumente seiner journalistischen und berufspolitischen Arbeit, um Fachpublikationen, Zeichnungen, einige hundert Fachbücher und rund 60 000 Fotonegative.

 Bis ins hohe Alter pflegte er aber auch mit Leidenschaft seine Berufung als Maler und Zeichner. Bekannt sind seine frühen Pflanzendarstellungen, z.B. die botanisch exakten Zeichnungen zu den "Erkennungsmerkmalen der Laubgehölze im Winter". Seine Gemälde, in den auch immer wieder Pflanzen im Vordergrund standen, wurden in vielen Ausstellungen und Galerien gezeigt.

So griff in Emil Steiners Schaffen stets eins ins andere. Seine vier Berufe – Gärtner, Fachjournalist, Maler und Politiker – ergaben immer ein harmonisches Ganzes von hoher Qualität. Dafür ehren wir ihn über seinen Tod hinaus.

Bernd Schubert

Ausführlichere Informationen zu Emil Steiner: "Die Pflanze, das Wort und das Bild – Emil Steiner zum 85. Geburtstag" von Bernd Schubert, in anthos 3/07, S. 62; " Emil Steiner", Interview im Rahmen der Reihe "Ansichtssache" von Sophie von Schwerin, in anthos 3/14, S. 70-73.

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