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12_2018

Die Besten 2018

Die Besten 2018

Am vergangenen Dienstag kürte Hochparterre zusammen mit dem Museum für Gestaltung die ‹ Besten › in Architektur, Design und Landschaft. Der goldene Hase in der Kategorie Landschaftsarchitektur geht an den Burgfeldenpark von Bryum in Basel. Der Park, der ein Spazierweg ist, macht schweizerisch-französische Stadtlandschaft sichtbar.

 Landschaftsarchitekturhasen:

Gold  Burgfeldenpark, Basel

Bauherrschaft: IG Burgfeldenpark

Landschaftsarchitektur: Bryum, Büro für urbane Interventionen und Landschaftsarchitektur, Basel

Wo hört der Aufgabenbereich der Landschaftsarchitektur auf? Nicht bei der Gestaltung von Freiräumen. Die neue Route des Burgfeldenparks zeigt exemplarisch, wie Landschaftsarchitekten Freiräume nicht selbst bauen, sondern bestehende erlebbar machen. Das Team von Bryum hat das Potenzial der Freiräume und öffentlichen Angebote rund um die Universitären Psychiatrischen Kliniken in Basel erkannt und die Orte mit einem Spazierweg verbunden, sichtbar und zugänglich gemacht. Dafür sind sie in die Rolle von Kuratoren, Vermittlerinnen und Organisatoren geschlüpft. Beim Burgfeldenpark wird nicht das Bauen und Gestalten, sondern das Wegräumen, Präzisieren, Vernetzen und Vermitteln ausgezeichnet – ebenso die Geduld, das gestalterische Sich-Zurücknehmen und den Wagemut, den ein solches Projekt verlangt.

 

Silber  Naturmuseumspark, St. Gallen

Bauherrschaft: Stadt St. Gallen, Hochbauamt

Landschaftsarchitektur: Studio Vulkan, Zürich

Dieser Park verbindet unterschiedliche Ebenen und bleibt trotz seiner Vermittlungsrolle landschaftsarchitektonisch eigenständig. Er regt zur Betrachtung an, ohne zu belehren, indem er Spannungen aufbaut: zwischen Hortensien und einheimischen Pflanzen, Nagelfluh und Beton oder Religion und Wissenschaft. Auf dem Dach eines Autobahntunnels am Siedlungsrand schafft er einen eigenständigen, in sich ruhenden Ort, der sich jungen und alten Anwohnern, Museumsbesucherinnen oder Kirchgängern öffnet. Trotz seiner hohen Steindichte wirkt der Park leicht: Die hellen Betonschollen im grünlichen Schottermeer animieren zur spielerischen Erkundung. Differenzierte Bodenaufbauten und die Bepflanzung lenken die gewollte natürliche Dynamik, damit aus der vegetativen Vielfalt langfristig nicht einheitliches Grün wird.

 

Bronze  Sihl-Schwemmholzrechen

 Bauherrschaft: Baudirektion des Kantons Zürich, AWEL, Abteilung Wasserbau

Landschaftsarchitektur: égü, Zürich

Der Schwemmholzrechen in der Sihl schützt menschlichen Lebensraum – im direkten wie im weiteren, ästhetischen Sinn. Der Schutz unseres Lebensraums ist auch eine der Aufgaben der Landschaftsarchitektur. Die Gestaltung des Rechens ist das Resultat eines landschaftsarchitektonischen Blicks auf einen technischen Infrastrukturbau. Damit bringt das Projekt Ingenieurwesen, Ästhetik und Handwerk zusammen. Mit grosser gestalterischer und handwerklicher Sorgfalt hat der Landschaftsarchitekt den Bruchsteinwall, die gegossenen Betonsockel und die eisernen Zinken zusammengebunden. Der Schwemmholzrechen zeigt: Ingenieurbauten und Landschaftsarchitektur frühzeitig zusammenzudenken, schafft einen Mehrwert für Mensch und Landschaftsbild.

Jury Landschaftsarchitektur:

  • Monique Keller, Architektin und Kuratorin Lausanne Jardins 2019
  • Massimo Fontana, Fontana Landschaftsarchitektur Basel
  • Sarah Simon, Studentin HSR, Schinkel-Preisträgerin, Rapperswil
  • Rita Illien, Müller Illien Landschaftsarchitekten, Zürich
  • Roderick Hönig, Redaktor Hochparterre, Zürich (Leitung der Jury)

Eine Präsentation der prämierten Projekte ist bis am 6. Januar 2019 im Museum für Gestaltung, Ausstellungsstrasse 60, Zürich, zu sehen.

hochparterre.ch/diebesten

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