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3_2020

Winterthurer Stadtgarten soll neu erblühen

Winterthurer Stadtgarten soll neu erblühen

Die Stadt Winterthur will den Stadtpark sanieren. Dafür gibt es einen grossen Batzen aus dem Jubiläums-Geldtopf der Zürcher Kantonalbank.

Er ist die vielleicht beliebteste Wohlfühloase im Stadtzentrum: der Stadtpark mit seinen mächtigen Bäumen, dem ockerfarbenen Barockhäuschen, dem Spielplatz und dem Rosengarten. Auch Hermann Hallers Bronzestatuen wie das «Mädchen mit den erhobenen Armen» und die klassischen Strassenlaternen mit ihren ornamentalen Verzierungen und kannelierten Masten prägen das Bild des altehrwürdigen, aber auch leicht altbackenen Parks.

Gestaltet wurde der Stadtgarten Anfang der 1950er nach den Plänen von Walter Leder. Nun soll der Park für fast fünf Millionen Franken saniert werden. 3,7 Millionen Franken steuert dafür die Zürcher Kantonalbank aus ihrer Jubiläumsdividende bei, wie diese in einer Zeitungsbeilage zur 150-Jahr-Feier ankündigt. Der Gemeinderat muss den Plan des Stadtrates, den ZKB-Batzen für die Auffrischung des Parks zu nutzen, erst noch bewilligen. Vieles ist deshalb noch in der Schwebe.

Vage Einblicke in die Sanierungspläne gibt einzig das Konzept der Winterthurer Landschaftsarchitekten Krebs und Herde: Die grossen alten Rosskastanien, Buchen und Mammutbäume bleiben stehen, werden jedoch durch Jungbäume ergänzt. Am deutlichsten und sichtbarsten sind die Veränderungen rund um das Barockhäuschen. Der enge Übergang zum Merkurplatz soll luftiger, grosszügiger und sichtbarer werden. Allenfalls fallen sogar die Hecken zum Restaurant Tres Amigos und dem Sommertheater weg. «Im besten Fall öffnet sich die Gartenbeiz in Zukunft ganz zum Park hin», sagt Landschaftsarchitekt Matthias Krebs. Auch die Verbindung zwischen Kunstmuseum und dem Oskar Reinhart werde über eine neue Wegführung klarer und direkter.

Radikale Einschnitte wird es laut Krebs nicht geben, das heutige Gesicht des Parkes mit seiner offenen Wiese bleibe auf jeden Fall erhalten. Es ist die Summe vieler kleiner Eingriffe, die es ausmacht: Der Spielplatz wird neu gebaut, der Rosengarten aufgefrischt, die Strassenlaternen sparsamer und das Wasserbecken erneuert, und auch mehr Sitzbänke werden aufgestellt.

Das Projekt Sanierung Stadtgarten liegt schon länger in der Schublade von Stadtgrün. Die Testplanung, auf der das heutige Konzept fusst, stammt aus dem Jahr 2009. Grossflächig gepflanzt, gegraben und geschaufelt wird wohl erst nächstes Jahr, so zumindest ist es budgetiert.

Der Landbote 18.02.2020

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