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10_2019

Aktualisiertes Landschaftskonzept Schweiz

Die Planerverbände SIA, FSU, BSLA und BSA unterstützen die Ziele und Massnahmen des aktualisierten Landschaftskonzeptes (LKS2) und fordern alle betroffenen Akteure auf, dieses konsequent und stufengerecht umzusetzen. Der BSLA war bei der Stellungnahme federführend.

Das Landschaftskonzept Schweiz (LKS) definiert als Planungsinstrument gemäss Art. 13 Raumplanungsgesetz behördenverbindliche Ziele für die raumrelevanten Sektoralpolitiken des Bundes. Es gibt den Rahmen vor für eine kohärente und qualitätsbasierte Entwicklung des Lebensraums Schweiz. Das LKS von 1997 wurde vom BAFU einer grundlegenden Überarbeitung unterzogen, unter Mitwirkung der Kantone und weiteren Akteuren aus Forschung und Praxis.

Das aktualisierte LKS weist verschiedene positive Neuerungen und dient als wertvolle Grundlage für eine sektorübergreifenden Landschafts- und Raumentwicklungspolitik. Das umfassende Landschaftsverständnis gemäss Europäischem Landschaftsübereinkommen, das dem LKS zugrunde liegt, wird sehr begrüsst. Das LKS fördert entsprechend die Befähigung, die Koordination und Zusammenarbeit aller Akteure in den Bereichen «Landschaft», «Natur» und «Baukultur».

Das LKS dient damit aus Sicht der Planerverbände auch als geeignete Richtschnur, um das Bauen ausserhalb Bauzone - im Hinblick auf eine weitere Überarbeitung des Raumplanungsgesetzes - in nachhaltige Bahnen zu lenken. Dazu ist ein sektorenübergreifender, regionsspezifischer und akteursbezogener Ansatz nötig, wie vom LKS eingeführt. 

Um die Landschaften in ihrer Vielfalt, ihrer Schönheit und ihrem Charakter sowie in ihren wichtigen Funktionen als Lebensraum (Biodiversität), Produktionsstandort (Land- und Forstwirtschaft, Ressourcen) und Erholungsraum (Freizeit und Tourismus) zu erhalten und zu fördern, ist eine haushälterische, standortsspezifische und qualitätsorientierte Nutzung der Ressource Boden zwingend.

Dazu ist die Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet zu stärken. Bauliche Eingriffe werden minimiert, Bauten und Anlagen ausserhalb der Bauzonen konzentrieren sich auf gut erschlossene Standorte und gliedern sich optimal in die Landschaft und ihren regionalen Charakter ein. Sie weisen eine hohe baukulturelle Qualität auf. Nicht mehr genutzte Bauten und Anlagen, welche die Landschaft beeinträchtigen, werden nach Möglichkeit entfernt.

Das baukulturelle Erbe der Landschaft ist zu sichern und in Wert zu setzten. Die Maxime des Bauens ausserhalb Bauzone darf nicht die Schadensminimierung sein, sondern muss die aktive Steigerung der Landschaftsqualität sein. Dies bedingt eine sorgfältige Planung und Gestaltung der einzelnen Eingriffe und des landschaftlichen Wandels als Ganzes. Der postulierte hohe Anspruch des Bundes an seine Bauten und Anlagen und dessen Umsetzung über qualitätssichernde Verfahren soll auch weiteren Akteuren als Vorbild dienen. 

Eine qualitätsvolle, ortsspezifische Landschaftsentwicklung ist stufengerecht mit raumplanerischen Instrumenten umgesetzt und in der Interessenabwägung berücksichtigt. Voraussetzung hierfür ist ein hohes Bewusstsein aller relevanten Akteure für landschaftliche und baukulturelle Qualitäten und deren gemeinsame Entwicklung. Das Fachwissen, der Wissenstransfer und spezifische Beratungsangebote für Landschaftsakteure sind dazu deutlich auszubauen.

LKS2 Mitwirkungsexemplar

Vollständige Stellungnahme der Planerverbände

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