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3_2019

SIA: Rückzug der Kalkulationshilfen und Neupublikation der LHO

Der Vorstand beschliesst an seiner Sitzung Ende Januar der DV 2019 den frühzeitigen Rückzug der Kalkulationshilfen zu den Ordnungen SIA 102, 103, 105 und 108 sowie die wieder ordentliche Publikation der gleichnamigen aber um den Artikel 7 gekürzten LHO zu beantragen.

Am 1. November 2018 publizierte der SIA eine Übergangslösung zu den Leistungs- und Honorarordnungen (LHO) SIA 102, 103 , 105 und 108. Konkret hat der SIA die Ordnungen inhaltlich überarbeitet und die Bestimmungen zur Honorarberechnung (Art. 6 und 7) von den LHO getrennt und in separate Kalkulationshilfen (KH) respektive ein webbasierten Kalkulationstool überführt (www.lho.sia.ch). Das Sekretariat der WEKO hat dem SIA vorgegeben, dass die Übergangslösung bis Ende des Jahres 2019 bestehen bleiben darf. Die von der WEKO eingeforderte und vom SIA umgesetzte Übergangslösung mit einem 90-Prozent-Prognoseintervall in Form von verschiedenen Quantilen erweist sich als nicht praxistauglich. Aus diesem Grund beschloss der SIA-Vorstand der Delegiertenversammlung vom 12. April 2019 zu beantragen, dass die Kalkulationshilfen zu den Ordnungen SIA 102, 103, 105 und 108 bereits per 1. Mai 2019 zurückgezogen werden. 

Publikation der LHO 102, 103, 105 und 108 an der DV

 Zwischenzeitlich zugestanden hat das Sekretariat der WEKO dem SIA, dass die Artikel 1 bis 5 der Übergangs-LHO kartellrechtlich konform sind. Auf Zusicherung des Kartellrechtsexperten Dr. Daniel Emch, welcher den SIA in der Sache WEKO vertritt, ist auch der Artikel 6 kartellrechtskonform. Aus diesem Grund will der SIA-Vorstand der Delegiertenversammlung ebenfalls beantragen, dass die Ordnungen SIA 102, 103, 105 und 108 (Art. 1 bis 6) per 1. Mai 2019 wieder ordentlich publiziert und verkauft werden sollen.

Wie weiter mit den LHO?

Im Vorstand bereits erkennen liess sich die Tendenz, den Fokus in den kommenden Monaten stärker auf die Aktualisierung der Leistungen und weniger auf die Erarbeitung neuer und langfristig WEKO-konformer Honorarberechnungsmodelle zu legen. Von der Geschäftsstelle parallel überprüft werden bereits Alternativen zu den Kalkulationshilfen, wie zum Beispiel die Entwicklung von Daten-Referenzräumen.

Thomas Müller, Stv. Geschäftsführer a.i.

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