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1/2_2019

NZZ: Welt im Wandel 4/6

NZZ: Welt im Wandel 4/6

Die Satellitenaufnahme macht es klar: Bei dieser Oase im jordanischen Wadi Rum handelt es sich um ein künstliches Gebilde. Und zugleich gibt das Bild Rätsel auf.

Nach welchen Kriterien wurde die Anlage gestaltet, welchen Zwecken dient sie, wie wird sie unterhalten? Woher kommt hier, inmitten steinerner Ödnis, das smaragdgrüne Wasser? Wenn man die Aufnahme auf dem Bildschirm noch näher heranzoomt, wird wenigstens klar, was es mit den sanft gewellten Linien auf sich hat: Es sind Wasserkanäle, doch das dazwischenliegende Land scheint weitgehend brachzuliegen. Die künstliche Oase gehört zu einem Palast der jordanischen Königsfamilie, die offenbar Wert auf einen Sitz in dem geschichtsträchtigen, nahe der berühmten Felsenstadt Petra gelegenen Tal legt, wo schon prähistorische Felszeichnungen von menschlicher Besiedelung zeugen. Zugleich ist das Wadi Rum ein aussergewöhnliches Ökosystem, das trotz seiner harschen Anmutung Pflanzen und Kräuter und eine Population von Vögeln und anderen Tierarten beherbergt. Da die lokale Naturschutzbehörde sich den Erhalt der ortsspezifischen Flora und Fauna auf die Fahne geschrieben hat, steht zu hoffen, dass auch die von Menschenhand geschaffene Oase in diesem Geist angelegt wurde.

NZZ 31.12.2018

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